Eine Rückbesinnung auf zentrale Werte der internationalen Friedensordnung
Die Pfarrei St. Ansverus lädt im Januar und Februar zu einer dreiteiligen Vortragsreihe mit Prof. Dr. Andreas Trampota ein.
Er schreibt dazu:
Am 24. Oktober 1945 trat die Charta (der Gründungsvertrag) der Vereinten Nationen in Kraft. In der Präambel kommt gleich im ersten Satz zum Ausdruck, dass die Gründung der Vereinten Nationen das Ergebnis der Lehre ist, die man aus den Erfahrungen der beiden Weltkriege gezogen hat: „Wir, die Völker der Vereinten Nationen – fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat […]“.
Der Zusammenschluss souveräner Staaten wollte vor allem eines sein: eine internationale Friedens- und Sicherheitsordnung, die den Frieden und die Sicherheit in der Welt bewahrt und die friedliche Beilegung von Konflikten ermöglicht. Im Fortgang der Charta wird ausgeführt, welche Ziele und Grundsätze dabei eine zentrale Rolle spielen, wobei an erster Stelle genannt wird, dass der „Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit,“ erneut bekräftigt wird.
1948 folgte dann die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, mit der die Vereinten Nationen den Prozess der internationalen Umsetzung der Menschenrechtsstandards angestoßen hat. Leitmotiv der darin proklamierten Menschenrechte ist der in der Präambel formulierte Gedanke, dass „die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet“. Die Grundlage der universellen Menschrechte, die sie unveräußerlich macht, ist also die Menschenwürde, deren unbedingte Achtung jedem Menschen zusteht.
Wenige Monate später hat auch die neu gegründete Bundesrepublik Deutschland in dem am 23. Mai 1949 unterzeichneten Grundgesetz die Menschenwürde programmatisch an den Anfang gestellt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
Wir leben gegenwärtig in einer Zeit, in der die Grundpfeiler der internationalen Friedensordnung ins Wanken geraten sind. Deshalb macht die dreiteilige Vortragsreihe als Einladung zur Rückbesinnung die drei Grundwerte „Menschenwürde, Menschenrechte und Friede“ zum Thema.
Jeder Vortragsabend widmet sich einem davon, thematisiert aber auch dessen Verbindung zu den anderen im Rahmen einer Werteordnung:
- 27. Januar: Menschenwürde – konkret
- 10. Februar: Menschenrechte – konkret
- 17. Februar: Friede – konkret
Es geht darum zu ergründen, was mit diesen Werten gemeint ist und weshalb sie eine herausragende Bedeutung haben. Dabei wird auch nach ihren religiösen Wurzeln im Christentum und ihrem Bezug zur Kath. Soziallehre gefragt. Selbstverständlich müssen die Grundwerte auch kritisch beleuchtet werden, indem die entsprechenden Kontroversen zur Sprache kommen. Außerdem sollen die Überlegungen nicht im Abstrakten verbleiben, sondern bis zu der Frage führen, was aus diesen Werten konkret folgt, speziell für den Christen auf seinem Weg in der Nachfolge Jesu. Es geht um eine Rückbesinnung auf
Der Referent Prof. Dr. Andreas Trampota ist seit 2022 wissenschaftlicher Projektleiter am Institut für Theologie und Frieden und unterrichtet Friedens- und Konfliktethik am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) der Universität Hamburg. Zuvor lehrte er 20 Jahre an der Hochschule für Philosophie in München.
Die Vorträge finden jeweils um 19:00 Uhr im Gemeindehaus St. Marien in der Adolfstr. 1 in Ahrensburg statt. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zur Diskussion.
Der Eintritt ist frei – Herzliche Einladung!