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Predigt zum 32. Sonntag im Jahreskreis

von Pastor Stefan Krinke

Foto: Pixabay

Evangelium: Matthäus 25,1-13

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: 1 Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. 2 Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. 3 Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, 4 die klugen aber nahmen mit ihren Lampen noch Öl in Krügen mit. 5 Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. 6 Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen! 7 Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. 8 Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus! 9 Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es nicht für uns und für euch; geht lieber zu den Händlern und kauft es euch! 10 Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen, kam der Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen. 11 Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! 12 Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 13 Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

 

Predigt

Besondere Feste benötigen eine lange Vorbereitung. Eine Hochzeit planen Menschen heute bisweilen zwei Jahre im Voraus. Dabei richtet sich das Datum oft nach der Location, in der die Feier stattfinden soll. Erst wenn man dies klar hat – und vielleicht auch eine Kirche samt Pastor am gleichen Termin zur Verfügung steht – ist man einen Schritt weiter.

In der Heiligen Schrift spricht Jesus häufig von Hochzeiten, er feiert sogar eine mit (die Hochzeit von Kana) und bezeichnet sich selbst als Bräutigam. Wenn er vom Reich Gottes spricht, gebraucht er dafür oft das Bild der Hochzeit.

Über die Hochzeitsbräuche, die das Gleichnis voraussetzt, das wir an diesem Sonntag hören, wissen wir nur wenig. Doch „Brautjungfern“ sind uns auch heute – siehe Foto – nicht fremd. Sie sind eine wichtige Hilfe für die Braut. Damals, zur Zeit Jesu, als es kein elektrisches Licht gab, war es wohl u.a. ihre Aufgabe, den Bräutigam zu erwarten, um ihm „heimzuleuchten“ in den Hochzeitssaal. Es wäre also höchst peinlich, wenn den jungen Frauen das Öl für ihre Lampen ausginge und die Hochzeitsgäste im Dunkeln sitzen müssten …

Wir sehen an diesem Beispiel: Eine gute Vorbereitung kann darüber entscheiden, ob ein Fest gelingt. Angesichts dessen frage ich mich: Was kann ich selbst tun, um mich gut auf den Tag X, auf das ewige Reich der Himmel, vorzubereiten? Was halte ich in den Händen? Was sind meine „Lampen“, mein „Öl“?

Wenn das Brautpaar den Termin klar hat, verschickt es Einladungen oder zumindest ein „Save the date“. Es macht damit bekannt: Wir trauen uns, wir feiern unsere Liebe – und wir wollen, dass Du dabei bist! Bei denen, die diese Einladung erhalten, stellt sich hoffentlich Vorfreude ein. Ich bin zum Fest eingeladen! Toll! In Vorfreude darüber fange auch ich an zu planen, trage den Termin in meinen Kalender ein oder verlege andere Termine, damit ich dabei sein kann.

Aus der Vorfreude zu leben kann meinen Alltag heller machen. Egal ob es ein Fest ist, eine Urlaubsreise oder Treffen mit Freunden. Obwohl wir nicht genau wissen, wann das ewige Reich Gottes für uns anbricht: Die Freude darauf darf immer wieder in uns aufleuchten.

Rückt das Fest dann näher, werden die Planungen konkreter, nicht nur für die Brautleute. Als geladener Gast frage ich mich, wie ich zum Gelingen des Festes beitragen kann. Ich überlege mir ein Geschenk, eine Aktion, meine Garderobe. Vielleicht wurde ich sogar gebeten, eine konkrete Aufgabe zu übernehmen, so wie die jungen Frauen aus dem Gleichnis. Dieses Planen kann ganz schön anstrengend werden! Es ist die Phase, in der man Entscheidungen treffen muss. Kluge und törichte Entscheidungen sind uns nicht unbekannt.

Und dann ist es so weit! Das Fest findet statt, egal, ob mit oder ohne Verzögerung, egal, ob alle Geladenen schon eingetroffen sind oder nicht. Das Fest findet statt, da sind sich Braut und Bräutigam einig, denn schließlich geht es um sie.

Doch wie bereit bin ich als Geladener? Was ist aus meiner Vorfreude geworden? Bin ich immer noch so motiviert wie am Tag der Ankündigung der Hochzeit? Oder hat mich meine Vorbereitung so viel Energie gekostet, dass ich müde geworden bin und mir die Freude am Fest vergangen ist?

Mir wird klar: Zur Vorfreude gehört die Vorsorge. Und diese ist – so wie im Gleichnis zu hören ist – nicht teilbar. Es geht diesmal nur um mich, um meine Motivation, meine getroffenen vorsorgenden Entscheidungen.

Matthäus erzählt dieses Gleichnis Jesu im Wissen darum, dass die Wiederkunft Jesu noch nicht eingetreten ist und wohl auch nicht so bald eintreten wird. Er möchte die Motivation hochhalten. Es soll denen, die auf den Bräutigam, den Erlöser, den Messias warten, helfen, nicht unvorbereitet zu leben.

Ich glaube, dass das himmlische Reich schon längst begonnen hat, auch wenn wir die Vollendung noch nicht schauen. Daher kann und darf eine gute Vorsorge mir helfen, weiterhin in der Vorfreude zu leben.

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